Quer durch die Welt

Deception Island

Nach zwei langen Seetagen ist es endlich geschafft, wir erreichen die Südlichen Shetland Inseln. Dort wollen wir eine Insel besuchen, die eigentlich nur die Spitze eines Vulkans ist, der sich immerhin 1500 m vom Meeresboden erhebt. Wahrscheinlich heißt sie deshalb Deception Island, zu deutsch „Täuschungsinsel“.

Wie man schon auf der Karte sieht, ist die Einfahrt in die Caldera ziemlich schmal.

Der kleine Spalt ist nur etwa 400 m breit, da muss unser Kapitän mit seinem großen Schiff ein ruhiges Händchen haben. Glücklicherweise haben wir kaum Seegang und Wind, aber ich denke, die Meerenge wird nicht umsonst Neptuns Blasebalg genannt.

Bilder von der Einfahrt:

Hubschrauberdeck

Moose und Flechten können in der Antarktis überleben und bilden bunte Teppiche

Wenn Selfies nicht mehr möglich sind…

Anlandung in der Telefon Bay

Die Prozedur der Anlandungen wird ab heute immer gleich bleiben. Das Expeditionsteam fährt mit dem Zodiac voraus und sucht einen geeigneten Landeplatz. Dann stecken sie, wenn nötig, Wege oder Absperrungen mit Fähnchen ab. Anschließend dürfen die Gäste, eingeteilt in 4 verschiedene Farbgruppen, nach Aufforderung von Bord. Wir sind der roten Gruppe zugeteilt. Die Kreuzfahrtdirektorin achtet darauf, dass die Reihenfolge jedesmal geändert wird. Mal sind wir die Ersten, dann in der Mitte oder auch einmal die Letzten zum Ausbooten. An Land erwartet uns ein Besatzungsmitglied mit einer Tafel, auf der vermerkt ist, wo wir uns befinden und wie lange wir an Land bleiben dürfen.

Dies ist mein erster Ausflug und ich bin mega enttäuscht – KEINE Pinguine. Nee, das geht gar nicht. Ich bin doch nicht hierher gekommen, um auf einem blöden Berg rum zu klettern. Deshalb gehe ich maximal bis zum ersten Kraterrand, um dann umzukehren und vielleicht doch noch Pinguine am Strand  zu treffen. Peter erklimmt derweil einen weiteren Hügel und macht von oben schöne Fotos.

Dies ist übrigens ein aktiver Vulkan, der das letzte Mal 1970 ausgebrochen ist.

Unten am Strand finde ich eine Feder – Pinguin? Nein, aber das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Bei meiner Suche nach Pinguinen entdecke ich diesen bemalten großen Brocken. Nur dunkel kann ich mich erinnern, dass ein Lektor eine Anekdote über den Stein erzählt hat. War er ein Festmacher für Walfangschiffe oder eine Orientierungshilfe? Irgendwer musste immer zum Stein rudern und ihn neu streichen, aber heute ist das verboten. Also, falls mal jemand vorbei kommt, soll er bitte fragen und mich informieren. Das Internet weiß eben doch nicht alles.

Nun gut, es gibt aber dennoch ein Highlight.

Wir haben ein paar mutige Passagiere, die Badehose und Bikini eingepackt haben, um genau hier im südlichsten Thermalbad ins Wasser zu springen. Durch die vulkanische Aktivität ereicht das Wasser hier bis zu 10°C – das ist aber immer noch a…kalt.

Bei der Rückfahrt aus der Caldera kann man den imposanten Felsen viel besser in Augenschein nehmen.

Durch die ständig wechselnden Lichtverhältnisse sehen Himmel, Wasser und Felsen stets anders aus. Es ist wahr, in der Antarktis ändert sich das Wetter im Minutentakt. Dies werden wir noch häufiger erleben.

 

 

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