Quer durch die Welt

Cape Royds | Cape Evans | Ross Insel

Wir erreichen einen historisch wichtigen Punkt in der Polarforschung. Unzählige Männer haben hier auf ihrem Weg zum Südpol, und dem daraus resultierenden Ruhm und Anerkennung, ihr Leben gelassen.

Die Ross Insel ist tatsächlich eine eigenständige Insel, jedoch im Süden über das Schelfeis dauerhaft mit dem Festland verbunden.

Auf Cap Royds existiert die südlichste Kolonie von Adeliepinguinen. Sie ist nicht sehr groß, sondern besteht nur aus wenigen tausend Brutpaaren. Hier muss ich mich von der Nähe zu den geliebten Pinguinen verabschieden.

Zu Beginn der Nimrod-Expedition (1907-1909) begannen die Männer um Ernest Shackleton im Februar 1908 mit der Errichtung der 10×5,8 m großen Hütte. Das Material dafür hatten sie aus England mitgebracht.

Wenn man die Hütte betritt, hat man das Gefühl, die Männer, durchgeforen und in Pelze gehüllt, kommen jeden Moment herein, um sich am großen Ofen aufzuwärmen. Obwohl mitttlerweile mehr als 100 Jahre vergangen sind, hat dieser Ort etwas lebendiges.

Die Wäsche hängt noch auf der Leine, die Regale sind mit den originalen Lebensmitteln und Dingen des täglichen Lebens gefüllt. So wird Historie (be)greifbar, trotzdem „Anfassen verboten“.

Wir fahren quasi einmal um die Ecke und finden eine historische Hütte, die Robert Falcon Scott im Rahmen seiner Terra Nova Expedition (1910-1913) errichten ließ.

Auf seinem Arbeitsplatz finden wir einen mumifizierten Pinguin sowie eine Tageszeitung von Samstag, den 29. Februar 1908. Demnach war 1908 genauso wie 2020 ein Schaltjahr.

Am langen Eßtisch kamen die Männer zusammen, um zu Essen und sich Geschichten zu erzählen. Wahrscheinlich trug hier der Fotograf Herbert George Ponting sein lustiges Gedicht vom Schlafsack vor.

Als wir Cap Evans verlassen, leuchtet die Hütte gülden im Abendlicht.

Über allem thront der Mount Erebus, der letzte aktive Vulkan der Antarktis. Wer genau hinschaut, erkennt eine kleine Rauchwolke am Gipfel, denn im Inneren befindet sich ein ständiger Lavasee. Stolze 3974 Meter mißt der Berg. Wir haben dazu an Bord eine kleine Diskussion mit einem Mitreisenden, der diese Höhe nicht glauben mag. Wir Mitteleuropäer sind eben keine freistehende Berge gewohnt und so ist es faszinierend, dass dieser Berg tatsächlich 1.012 m höher ist als unsere einheimische Zugspitze.

 

 

 

 

 

 

 

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